Feigen: die ayurvedische Perspektive

Über Feigen

Feigen werden als eine himmlische und gesegnete Frucht bezeichnet. Buddha erlangte Erleuchtung unter dem Bodhi-Baum, einem großen und alten heiligen Feigenbaum (Ficus religiosa). In Genesis versteckten Adam und Eva ihre Blöße mit Feigenblättern.

Feigen waren die ersten Pflanzen, die der Mensch bereits um 9400 v. Chr. kultivierte. Ihr Anbau liegt mindestens tausend Jahre vor Weizen, Gerste und Hülsenfrüchten. Die folgende landwirtschaftliche Revolution veränderte für immer den Lebensstil und das Bewusstsein der Menschen. Angesichts der zentralen Rolle der Feigenbäume in der landwirtschaftlichen Revolution ist ihre Heiligkeit in unseren heiligen Texten keine Überraschung. Feigen bleiben in der heutigen Zeit eine wichtige Nahrungspflanze.

Die Feigen stammen aus Afghanistan und Griechenland und gehören zur selben Familie wie die Maulbeere. Sie sind eigentlich keine Frucht, sondern eine Blume. Die Art der Blüte ist als Blütenstand bekannt. Sie wird eine „Mehrfachfrucht“ genannt, weil die Blüten und Samen in einer einzigen Masse zusammenwachsen. Feigen reifen zweimal im Jahr. Einmal im Frühling und einmal im Spätsommer oder Herbst. Die Ernte im Spätsommer und Herbst ist normalerweise die größte und am besten schmeckende.

Bewertung:

  • Guna: schwer, entfettend
  • Rasa: adstringierend, süß
  • Virya: kühlend
  • Vipaka: scharf
  • Doshas: beruhigt Vata und Pitta, erhöht Kapha
  • Srotas: blockierend
  • Geistig: sattwisch
  • Karma: befreit Blut (Rakta) von erhöhtem Pitta, entzündungssenkend, kraftgebend, durstlöschend, lindert Ödeme

Medizinische Eigenschaften

Im Ayurveda gelten Feigen als kraftgebend und nährend. Sie eignen sich gut zur Blutbildung, was durch den hohen Eisengehalt teilweilse angedeutet wird. Morgens mit einer Prise Pippali eingenommen, wirken sie lindernd bei Asthma. Weiterhin gelten sie als hilfreich bei Nieren- und Gallensteinen, chronischem Husten, Übergewicht, Verdauungsbeschwerden und Hämorrhoidenbeschwerden. Studien deuten an dass Feigen dabei helfen, Tumore zu schrumpfen.

Der westliche Standpunkt

Eine Feige (ca. 60g) hat nur etwa 40 kcal, nicht mehr also als ein Apfel. Die süße Frucht aus dem Mittelmeerraum wird hierzulande immer beliebter, denn sie bietet eine Vielzahl gesunder Inhaltsstoffe.

Feigen enthalten viele Vitamine. Vitamin A sorgt für eine gesunde Haut, stärkt deine Sehkraft und schützt die Schleimhäute. Vitamin B stärkt den Stoffwechsel und die Nerven. Zur Abwehr von zellschädigenden Stoffen trägt Vitamin E bei.
Kalium und Kalzium braucht dein Körper zum Knochenaufbau. Diese Minerale sind in Feigen ebenso enthalten wie Magnesium, Eisen und Zink. Zudem bestehen Feigen aus verdauungsfördernden Enzymen und sorgen mit Ballaststoffen für ein gutes Sättigungsgefühl.

Empfohlene Einnahme

Frisch gegessene Feigen sind göttlich, aber die meisten Feigen sind getrocknet. Die reifen Früchte bleiben nach der Ernte nicht lange haltbar. Sie sind weich und lassen sich nicht gut transportieren. Frische Feigen sollten in trockenen Behältern aufbewahrt werden, da sie durch Feuchtigkeit schneller verrotten. In der Römerzeit überzeugte Cato den Senat, Karthago durch den Import einer Schachtel frischer Feigen zu zerstören. Die aus Karthago importierten frischen Feigen zeigten die Nähe von Karthago und damit Bedrohung für Rom.

Wir essen Feigen hauptsächlich als reife oder getrocknete Frucht, setzen sie aber auch zur Verfeinerung von Porridges oder als Süßungsmittel in Teigwaren ein.

Bei Erkältung oder Halsschmerzen getrocknete Feigen, Bockshornklee und Tulsiblätter kochen. Reduziere das Wasser auf ¼ und trinke es lauwarm.