Kakao: die ayurvedische Perspektive

Über Kakao:

Kakaobäume wurden bereits vor über 5000 Jahren im heutigen Ecuador gepflanzt. Aber vor allem in Mittelamerika erlangte Kakao vor 2500 Jahren sagenhafte Bedeutung in Religion, Kunst, Wirtschaft und Politik. Quetzalcoatl, der toltekische Schöpfergott, soll ihn für die Menschen entdeckt haben. Und im Popol Vuh, dem heiligen Buch der Maya in Guatemala, ist der Kakaobaum ein Geschenk der Götter.

Schon das Wort Schokolade ist uralt: Xocolatl, in der Aztekensprache, bedeutet so viel wie Bitterwasser, in Mayasprachen bedeutet chocol “heiß”. Aus dem heißen Bittergetränk ist über die Jahrhunderte ein handfester Genuss geworden und allein das Wort Schokolade lässt Milliarden Menschen auf der Welt das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Bewertung:

  • Guna: leicht, entfettend
  • Rasa: bitter, adstringierend
  • Virya: erhitzend
  • Vipaka: scharf
  • Doshas: erhöht Vata und Pitta, beruhigt Kapha
  • Dhatus: abbauend
  • Geistig: rajas

Die medizinischen Eigenschaften

Im Gleichgewicht kann Kapha am meisten von Kakao profitieren. Die bitteren und erhitzenden Qualitäten sind das Gegenteil der schweren und kühlen Qualitäten von Kapha. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kapha-Typen große Mengen Schokolade essen sollten. Jemand, der ausgeglichen ist, kann ein- oder zweimal pro Woche kleine Mengen dunkler Schokolade nehmen.

Bei Pitta-Typen können die heizenden und anregenden Eigenschaften von Kakao die Hitze von Agni verstärken und das enthaltene Koffein kann zu Pitta-Ungleichgewichten wie Sodbrennen, Akne und Reizbarkeit führen.

Körperlich ist Kakao für Vata-Typen am wenigsten vorteilhaft, da die Leichtigkeit und Trockenheit von Kakao der Leichtigkeit und der Trockenheit von Vata entsprechen. Das Koffein in Kakao wird zu Nervosität und Angstzuständen beitragen. Vata-Typen sollten darauf achten, Kakao wie bei Schokolade mit natürlichen Süßungsmitteln zu essen. Die Schwere der Süße wird dazu beitragen, die Leichtigkeit des Kakaos auszugleichen.

Es sei jedoch gesagt dass die Vata erhöhende Wirkung von Kakao den Zugang zum geistigen erleichtert, was in Zeremonien bereits seit Jahrhunderten genutzt wird.

Der westliche Standpunkt

In seiner reinen Form ist roher Kakao eine erstaunliche Quelle von Antioxidantien, die uns vor freien Radikalen schützt und dazu beiträgt, dass wir lebendig und gesund bleiben. Antioxidantien wirken den Auswirkungen von Stress, Umweltverschmutzung, Chemikalien und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen entgegen. Kakao ist eine wunderbare Magnesiumquelle und eine der höchsten pflanzlichen Nahrungsquellen für Eisen. Er enthält chemische Verbindungen die unsere Konzentrationsfähigkeit steigern und unser Gedächtnis verbessern, und Anandamid, das „Glücksmolekül“, das uns hilft, uns länger gut zu fühlen. Es enthält auch Phenylethylamin, das „Liebesmolekül“, das den Spiegel der Endorphine in unserem Gehirn anhebt. Es ist den chemischen Veränderungen sehr ähnlich, die uns das Gefühl geben, über der Welt zu stehen, wenn wir uns verlieben.

Empfohlene Einnahme

Wir essen Kakao meist als Schokolade, verwenden aber auch entöltes Pulver in Backwaren oder Müslis / Porridges oder heißer Schokolade und vielen weiteren Kreationen – die Möglichkeiten sind schier endlos.

Die medizinisch beste Form von Kakao sind organische, rohe, unverarbeitete Kakaonibs. Diese sind sehr mächtig und sehr bitter. Dies ist jedoch nicht immer für jeden vorzuziehen. Wenn Du die Idee, ein wenig rohen Kakao zu kauen nicht magst, suche nach Schokolade mit einer Konzentration von mehr als 70 Prozent Kakaoanteil. Je höher die Konzentration, desto stärker die Wirkung. Aber wegen der Bitterkeit von rohem Kakao oder intensiver dunkler Schokolade ist es ausgleichender, ihn mit einer Mahlzeit und all seinen Geschmäcken zu verzehren. Denke daran, dass Schokolade ein Stimulans ist und am besten in Maßen gegessen wird. Achte darauf wie Du dich dabei fühlst, das hilft bei der Entscheidung, wann und ob Du Kakao essen solltest.