Kichererbsen: die ayurvedische Perspektive

Über Kichererbsen

Kichererbsen (Sanskrit: Chanaka) gehören gehören zu den Hüslenfrüchten. In Deutschland werden Kichererbsen kaum angebaut, denn sie bevorzugen ein warmes Klima. Kultiviert werden Kichererbsen daher z.B. in Indien, Pakistan, der Türkei und Spanien aber auch in Latein- und Südamerika. In vielen dieser Länder sind Kichererbsen immer noch ein wichtiges Grundnahrungsmittel.

Die Kichererbse ist eine sehr alte Kulturpflanze. Schon vor 8.000 bis 10.0000 Jahren bauten sie Menschen im vorderen Orient an. Noch immer gibt es in der Türkei die Urform der Kichererbse. Von dort verbreitete sie sich über Europa, nach Deutschland kam sie etwa im 1. Jahrhundert nach Christus. Im Mittelalter war die Kichererbse in Deutschland als Nahrungsmittel und Heilpflanze bekannt.

Bewertung:

  • Guna: leicht, trocken
  • Rasa: adstringierend
  • Virya: kalt
  • Vipaka: sauer
  • Doshas: erhöht Vata, reduziert Pitta und Kapha

Medizinische Eigenschaften

Nach Ayurveda wird die Kichererbse wegen ihrer kräftigen Wirkung hervorgehoben. Traditionell wird sie zur Behandlung von Brennen im Bauchraum, Lebervergrößerung, Entzündungen, Hauterkrankungen, Bronchitis, Blutverfettung, Diabetes und Bluthochdruck eingesetzt. Viele der Behandlungsmöglichkeiten gehen auf ihre Pitta-reduzierenden Eigenschaften zurück.

Der westliche Standpunkt

Die Kichererbse ist eine sehr alte Hülsenfrucht und gilt wegen ihrer guten Kohlenhydrat- und Proteinquelle als anderen Hülsenfrüchten überlegen. Ihre Proteinqualität gilt ebenfalls als besser als bei anderen Hülsenfrüchten. Sie enthält eine bedeutende Menge aller essentiellen Aminosäuren und ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Nach aktuellen Forschungsergebnissen zeigen Studien, dass Kichererbsenfasern das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit und anderen Lebensstilerkrankungen senken.

Empfohlene Einnahme

Die Vata erhöhenden Eigenschaften der Kichererbse können beim Verzehr Blähbauch und Winde erhöhen und vorhandene Gastritis verschlimmern. Um diese Effekte auszugleichen, sollten sie mit Öl und Gewürzen wie Kreuzkümmel, Kurkuma und Koriander zubereitet werden. Kichererbsen sollten vor der Zubereitung mindestens 4 Stunden in Wasser eingelegt und dann in frischem Wasser gekocht werden um sie cremig und optimal verträglich zu machen. Kichererbsen können auch in Dampf gegart oder geröstet werden.

Kichererbsen schmecken leicht nussig, und ihre Samen sind ein wichtiger Bestandteil vieler orientalischer und mediterraner Gerichte: Aus Kichererbsenbrei wird Falafel zubereitet, als Paste mit Sesam bereitet man Hummus zu. In Eintöpfen werden sie als Hauptzutat oder als Beilage eingesetzt. In Asien sind Kichererbsen in Currys beliebt und verleihen ihnen eine nussige Würze. Kichererbsenmehl stellt eine Alternative zu Weizenmehl dar und kann genauso für Backwaren verwendet werden.

Kichererbsen Curry mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Garam Masala ist sehr berühmt und reich an Protein.