Nahrungsmittel

Kichererbsen: die ayurvedische Perspektive

Kichererbsen (Sanskrit: Chanaka) gehören gehören zu den Hüslenfrüchten. In Deutschland werden Kichererbsen kaum angebaut, denn sie bevorzugen ein warmes Klima. Kultiviert werden Kichererbsen daher z.B. in Indien, Pakistan, der Türkei und Spanien aber auch in Latein- und Südamerika. In vielen dieser Länder sind Kichererbsen immer noch ein wichtiges Grundnahrungsmittel.

Die Kichererbse ist eine sehr alte Kulturpflanze. Schon vor 8.000 bis 10.0000 Jahren bauten sie Menschen im vorderen Orient an. Noch immer gibt es in der Türkei die Urform der Kichererbse. Von dort verbreitete sie sich über Europa, nach Deutschland kam sie etwa im 1. Jahrhundert nach Christus. Im Mittelalter war die Kichererbse in Deutschland als Nahrungsmittel und Heilpflanze bekannt.

Bewertung:

  • Guna: leicht, trocken
  • Rasa: adstringierend
  • Virya: kalt
  • Vipaka: sauer
  • Doshas: erhöht Vata, reduziert Pitta und Kapha

Medizinische Eigenschaften

Nach Ayurveda wird die Kichererbse wegen ihrer kräftigen Wirkung hervorgehoben. Traditionell wird sie zur Behandlung von Brennen im Bauchraum, Lebervergrößerung, Entzündungen, Hauterkrankungen, Bronchitis, Blutverfettung, Diabetes und Bluthochdruck eingesetzt. Viele der Behandlungsmöglichkeiten gehen auf ihre Pitta-reduzierenden Eigenschaften zurück.

Der westliche Standpunkt

Die Kichererbse ist eine sehr alte Hülsenfrucht und gilt wegen ihrer guten Kohlenhydrat- und Proteinquelle als anderen Hülsenfrüchten überlegen. Ihre Proteinqualität gilt ebenfalls als besser als bei anderen Hülsenfrüchten. Sie enthält eine bedeutende Menge aller essentiellen Aminosäuren und ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Nach aktuellen Forschungsergebnissen zeigen Studien, dass Kichererbsenfasern das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit und anderen Lebensstilerkrankungen senken.

Empfohlene Einnahme

Die Vata erhöhenden Eigenschaften der Kichererbse können beim Verzehr Blähbauch und Winde erhöhen und vorhandene Gastritis verschlimmern. Um diese Effekte auszugleichen, sollten sie mit Öl und Gewürzen wie Kreuzkümmel, Kurkuma und Koriander zubereitet werden. Kichererbsen sollten vor der Zubereitung mindestens 4 Stunden in Wasser eingelegt und dann in frischem Wasser gekocht werden um sie cremig und optimal verträglich zu machen. Kichererbsen können auch in Dampf gegart oder geröstet werden.

Kichererbsen schmecken leicht nussig, und ihre Samen sind ein wichtiger Bestandteil vieler orientalischer und mediterraner Gerichte: Aus Kichererbsenbrei wird Falafel zubereitet, als Paste mit Sesam bereitet man Hummus zu. In Eintöpfen werden sie als Hauptzutat oder als Beilage eingesetzt. In Asien sind Kichererbsen in Currys beliebt und verleihen ihnen eine nussige Würze. Kichererbsenmehl stellt eine Alternative zu Weizenmehl dar und kann genauso für Backwaren verwendet werden.

Kichererbsen Curry mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Garam Masala ist sehr berühmt und reich an Protein.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]


Mungbohne: die ayurvedische Perspektive

Mungbohne: die ayurvedische Perspektive

Über Mungbohnen

Mungobohnen (Phaseolus aureous), auch Mungobohne, Mung Dal, sind kleine zylindrische Bohnen mit hellgrüner Schale und gelben Innenseiten. Sie sind sowohl in der indischen als auch in der chinesischen Küche weit verbreitet.

Es wird angenommen, dass die Mungbohne aus dem indischen Subkontinent stammt, wo sie bereits 1500 v. Chr. domestiziert wurde, obwohl sie bereits in älteren ayurvedischen Texten ausführlich beschrieben wird. Kultivierte Mungbohnen wurden in Süd- und Ostasien, Afrika, Amerika und Westindien eingeführt. Heute ist sie in den Tropen weit verbreitet und kommt vom Meeresspiegel bis zu einer Höhe von 1850 m im Himalaja vor.

Bewertung:

  • Guna: trocken, leicht, (Flüssigkeit) absorbierend
  • Rasa: süß
  • Virya: kalt
  • Vipaka: scharf
  • Doshas: Tridosha: beruhigt Vata, Pitta und Kapha
  • Prabhava: nährend

Medizinische Eigenschaften

Mungobohnen sind eines der am meisten geschätzten Nahrungsmittel im Ayurveda. Sie sind tri-doschisch, was bedeutet, dass sie alle drei Doshas ausgleichen können, besonders wenn sie mit Gewürzen gekocht werden, die für jedes Dosha geeignet sind. Sie sind sehr nahrhaft, während sie relativ leicht verdaulich sind und im Allgemeinen keine Bauchblähungen oder Winde verursachen, die Nachteile von größeren Bohnen. Mungobohnen können allein gegessen oder mit Reis kombiniert werden, um Khichari zu machen, oder mit Gemüse kombiniert werden, um herzhafte Suppen zu kochen, oder zu Mehl gemahlen werden, um Glasnudeln oder Rotis (indische Crêpes) herzustellen oder Broten beigegeben zu werden. Kurkuma, Kreuzkümmel, getrockneter Ingwer und Koriander sind Gewürze, die sehr gut mit Mungobohnen funktionieren. Patienten die sich erholen, wird oft empfohlen, Khichari, Reis und Mungobohnen zu essen, um sich gut zu ernähren ohne dabei die Verdauung zu stören.

Ayurvedische Heiler schätzen die Mungobohne am höchsten, weil sie sehr nahrhaft ist und Nahrung liefert, während sie gleichzeitig die Verdauung leichter als andere Bohnen belastet. Wenn sie zu einer butterweichen Konsistenz gekocht werden, können Mungobohnen sogar von Kranken, sehr alten und sehr jungen Menschen und Personen mit einem schwachen Verdauungsfeuer verdaut werden. Mungobohnen bieten den adstringierenden und süßen Geschmack, sind kühlend für den Körper, leicht und weich. In Kombination mit verstärkenden Kräutern und Gewürzen eignen sich Mungobohnen für alle Doshas.

Der westliche Standpunkt

Mungobohnen sind äußerst gesund. Ein Vorteil ist, dass sie viel leichter bekömmlich sind als die herkömmliche Gartenbohne und weniger Luft verursachen sollen. Allerdings ist ihr Geschmack auch weniger intensiv.

Außerdem haben Mungobohnen einen sehr hohen Eiweißanteil von 24 Prozent, darunter die essentielle Aminosäure Lysin, die für Muskelaufbau, Wundheilung und Knochenwachstum benötigt wird. Sie liefern auch Eisen, Kalzium und Magnesium sowie einige B-Vitamine und sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Mungobohnen gelten als cholesterinsenkend.

Empfohlene Einnahme

Mungobohnen werden ganz, gespalten mit Schale, gespalten und geschält oder gekeimt gegessen. In der ayurvedischen Küche werden sie häufig gespalten und geschält, was kleine, gelbe Bohnen namens Mung Dahl ergibt. Diese Bohnen müssen nicht zuerst eingeweicht werden und lassen sich leicht im Schnellkochtopf zu butterweicher Konsistenz kochen. Sie können auch langsam auf der Herdplatte gegart werden, sollten aber vorher sortiert und gründlich gewaschen werden.

Hülsenfrüchte haben einen hohen Anteil an schwer verdaulichem Protein (dessen metabolisches Nebenprodukt Stickstoffabfälle sind). Stickstoff ist ein Gas, und alle Gase erhöhen Vata. Aus diesem Grund sollten Vata-Typen nicht zu viel Protein essen und wenn, mit Kreuzkümmel Kurkuma und Koriander würzen. Kurkuma hält Hülsenfrüchte davon ab, das Blut zu vergiften.


Koriander aus der ayurvedischen Perspektive

Der Echte Koriander (Coriandrum sativum) ist eine typische Art aus der großen Kräuterfamilie der Doldenblütler (Apiaceae). Bekannte weitere Vertreter aus dieser Pflanzenfamilie sind beispielsweise Dill, Estragon oder Wermut. Koriander zählt zu einem der vielseitigsten Küchenkräuter weltweit und ist eines der wichtigsten Gewürzkräuter der asiatischen Küche. Die Blätter des Krauts, die Früchte sowie vereinzelt die Wurzeln sind vor allem in der Küche Südasiens kaum noch wegzudenken und würzen dort zahlreiche Speisen. Korianderblätter findet man beispielsweise häufig in thailändischen oder vietnamischen Gerichten, wohingegen die Samen eher in der indischen Küche und teils in der Küche einiger arabischer Länder beliebt sind.

Das genaue Herkunftsgebiet des Korianders ist nicht bekannt. Es wird jedoch aufgrund verschiedener Pflanzenmerkmale sowie historischer Funde vermutet, dass das beliebte Speisekraut aus dem Mittelmeergebiet stammt. Ältere Aufzeichnungen lassen darauf schließen, dass die Pflanze aus Südosteuropa stammt, wo sie wild häufig zwischen Getreidepflanzen gewachsen ist. Die alten Griechen, Ägypter und Römer waren damit vertraut.

In Indien ist Koriander als dhanya oder dhanyaka bekannt, was „der Reiche“ bedeutet. Er verdient seinen Namen wegen seiner vielen kulinarische und medizinische Anwendungen.

Für kulinarische Zwecke bevorzugen einige Regionen die Frucht und andere das Blatt. Die meisten Menschen mögen den Geschmack der Frucht und würden ihn als warm, nussig und scharf beschreiben. Einige finden sogar eine orangenähnliche Qualität. Die Blätter werden von fast allen Menschen in Asien und Lateinamerika geschätzt, und sie werden als frisch, grün, herb und sogar zitrusartig beschrieben. Bei Mittel- und Nordeuropäern ist sein Geschmack im Durchschnitt nicht sehr beliebt und würden ihn als seifig oder wie verbranntes Gummi beschreiben. Koriander ist sehr gut in der Lage, die Aromen verschiedener Gewürze zusammenzubringen. Aus diesem Grund findet man ihn in Gewürzmischungen auch in Regionen, in denen er nicht separat verwendet wird. Weniger bekannt ist, dass bei der Entwicklung der Curry- und Gewürzmischungen, in denen Koriander ein wichtiger Bestandteil ist, ein sehr tiefes Wissen angewandt wurde. Die Absicht war, auszugleichen und zu heilen. Die Verwendung von Nahrung als Medizin ist eine wichtige Idee des Ayurveda und anderer Systeme, die sich daraus entwickelten. Eine weitere Verwendung besteht in der Zubereitung von Medikamenten für eine erstaunliche Vielfalt von Gesundheitsproblemen, wobei Studien das alte Wissen bestätigen und neue Möglichkeiten eröffnen. Der Schatz des „Reichen“ ist immens, und es ist sehr aufregend, ihn zu erforschen.

Bewertung:

  • Guna: leicht, ölig
  • Rasa: süß, scharf, bitter, adstringierend
  • Virya: heiß
  • Vipaka: süß
  • Doshas: Tridosha: balanciert Vata, Pitta und Kapha
  • Geistig: Sattva
  • Karma: durstlöschend, kühlend

Medizinische Eigenschaften

Nach Drayaguna ist der Koriander Kältemittel und Durstlöscher. Die Samen des Korianders haben eine neutrale Energie, und die Blätter wirkend kühlend. Er wird bei Fieber, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen eingesetzt. Die klassischen ayurvedischen Texte enthalten Informationen von Susruta, nach dem Koriander eingesetzt wird um krankhaften Durst, Sodbrennen, Magersucht, Erbrechen und Fieber zu heilen. Sie regen auch die Verdauungskraft an. Koriandersamen ist ein ausgezeichnetes Mittel zur Förderung der Pitta-Verdauung, da er die Agni anregt, aber den Säuregehalt nicht verschlimmert. Er ist sicher zu verwenden, wenn eine Entzündung im Verdauungssystem vorliegt und Agni gestärkt werden muss.

Der westliche Standpunkt

Tatsächlich enthält die Pflanze viele medizinisch interessante Inhaltsstoffe, die die Nutzung als Heilpflanze möglicherweise rechtfertigen und sogar gegen härtere Krankheiten eine mögliche Lösung darstellen können. Vor allem die Samen und die Blätter enthalten zahlreiche ätherische Öle (v.a. Linalool, Pinen sowie in kleineren Mengen Kampfer und Geraniol) sowie Cumarine, Phenolsäuren und Sterole. Diese sekundären Pflanzeninhaltsstoffe können folgende Wirkungen bzw. Heilwirkungen auf unseren Organismus haben:

  • entwässernd
  • immunsystemstimulierend
  • schweißtreibend
  • blähungswidrig (karminativ)
  • antioxidativ
  • antibakteriell
  • entkrampfend
  • beruhigend (karminativ)

In einigen Studien wird die Wirksamkeit von Koriander bei der Vorbeugung und begleitenden Therapie gegen Diabetes diskutiert. Verantwortlich sind hier wahrscheinlich die enthaltenden Carotinoide, die u.a. dafür sorgen, dass der Insulingehalt im Blut ansteigt und der oxidative Stress insgesamt sinkt. Medizinisch wirksam sollen hier vor allem die Samen des Korianders bzw. Extrakte daraus sein.

Empfohlene Einnahme

Die Blätter sollten immer erst zum Ende des jeweiligen Gerichts zugefügt werden, da sich die ätherischen Öle sonst zu sehr verflüchtigen und folglich nur noch wenig Aroma abgeben. Verwendet werden sollten ausschließlich frische Korianderblätter. Getrockneter Koriander ist nahezu wertlos und kommen in punkto Aroma nicht annähernd an die frischen heran.

Koriandersamen bzw. Korianderfrüchte hingegen können mit dem jeweiligen Gericht mitgekocht oder mitgebraten werden. Wer auf Qualität wert legt, sollte ganze Samen nehmen und diese erst kurz vor dem Kochen in einer Pfeffermühle mahlen.


Zimt aus der ayurvedischen Perspektive

Zimt: die ayurvedische Perspektive

Über Zimt

Zimt ist ein aromatisches Gewürz, das aus der inneren Rinde des Zimtbaumes gewonnen wird. Dabei handelt es sich um eine in Südostasien beheimatete Baumart der Gattung Cinnamomum, bei dem es sich um kleine immergrüne Bäume handelt, die aromatische Rinde und Blätter enthalten.  Diese Bäume können bis zu 20 Meter hoch werden, obwohl die meisten regelmäßig beschnitten und als Strauchgruppen gehalten werden, um den Anbau der Zimtrinde zu erleichtern. Der Zimtbaum produziert gelblich-grüne Blüten und eine kleine Beerenfrucht.

Zimt gilt als eines der ersten gehandelten Gewürze der Antike. Es gibt viele biblische Hinweise auf dieses Gewürz Dort wird das hebräische Wort Kannamon in Psalmen, Sprichwörtern, Hesekiel und Offenbarungen oft ausdrücklich erwähnt. Zimt galt in dieser Zeit als so wertvoll, dass er Gold und Elfenbein gleichwertig war. Es wurde als geeignetes Geschenk für Monarchen und für Götter angesehen. Die alten Ägypter verwendeten Zimt als Teil ihrer Einbalsamierungsrituale. Ärzte aus dem Mittelalter verwendeten Zimt zur Behandlung von Erkältungs- und Halskrankheiten wie Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen. Indonesische Flöße transportierten Zimt auf einer „Zimtroute“ nach Ostafrika, wo lokale Händler ihn dann nach Norden zum römischen Markt brachten.

Bewertung:

  • Guna: leicht, trocken, spitz
  • Rasa: scharf, bitter, süß
  • Virya: erhitzend
  • Vipaka: scharf
  • Doshas: beruhigt Vata und Kapha, erhöht Pitta leicht
  • Geistig: Sattva
  • Karma: appetitanregend, magentonisierend, verdauungsfördernd, entzündungssenkend, unterstützt Ojas

Medizinische Eigenschaften

Nach Ayurveda wird Zimt verwendet um Agni anzuregen, die Verdauung auszugleichen und Magenbeschwerden zu beruhigen. In Kombination mit anderen wärmenden Kräutern und Gewürzen wie Ingwer. schwarzem Pfeffer, Kardamom und Fenchel kann er in einen Kräutertee eingekocht werden, um die mit Erkältungen verbundenen Beschwerden zu lindern. Sein Öl wird verwendet, um Kopfschmerzen zu lindern und die Gelenke gesund zu erhalten.

Es ist nützlich bei der Verdauung von Nahrung, Linderung von Blähungen, Bauchschmerzen und zur Verbesserung der Leberfunktion. Hilfreich bei Durchfall, Hämorrhoiden und Reizdarmsyndrom. Er ist ebenfalls bei Fieber aufgrund von Darmproblemen hilfreich.

Der westliche Standpunkt

Die westliche Betrachtung von Zimt stimmt weitgehend mit der ayurvedischen Betrachtung überein: er fördert den Appetit und regt die Darmtätigkeit an. Als Gewürz kann er daher Speisen bekömmlicher machen und Verdauungsproblemen wie Blähungen und Völlegefühl vorbeugen. So wird Zimt traditionell vor allem bei Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen und Durchfall eingesetzt. Aber auch bei Entzündungen, Rheuma und Kreuzschmerzen, Erkältungskrankheiten, Heiserkeit und Schmerzen findet Zimt Anwendung. Bestimmte Inhaltsstoffe aus Zimt beeinflussen vermutlich den Blutzuckerspiegel.

Empfohlene Einnahme

Zimt wird in zahlreichen süßen und herzhaften Speisen zum aromatischen verfeinern eingesetzt, aber auch in Likör und Magenbitter, Zahnpasta, Kaugummi, Kosmetika und Parfüms beigemischt. Doch auch in Tee oder Eis sowie beim Kochen erfreut sich Zimt zunehmender Beliebtheit.

Empfohlene Zimtmischungen für die Dosha-Typen:

  • Vata-Mischung: Zimt, Kardamom und Ingwer.
  • Pitta-Mischung: Zimt, Kardamom und Fenchel.
  • Kapha-Mischung: Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken und schwarzer Pfeffer.
  • Tridoshische Mischung: Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken und Fenchel.

Das bemerkenswerte Gewürz wird sowohl von den alten chinesischen als auch von den alten indischen Heilern als eines der vielseitigsten Gewürze verwendet, um bei einer großen Auswahl an Beschwerden zu helfen. Zimt steht weiterhin an vorderster Front, wenn es darum geht, den Menschen zu helfen, sich besser zu fühlen und ein längeres und ergiebigeres Leben zu führen.


Kaffee: die ayurvedische Perspektive

Kaffee: die ayurvedische Perspektive

Über Kaffee

Die Kaffeebohne ist der Samen der Kaffeepflanze, mit der Kaffee gebrüht wird. Botanisch gesehen ist sie keine Bohne. Das Wort „Kaffeebohne“ ist eine volksetymologische Lehnübersetzung aus arabisch قهوة qahwa „Kaffee“ und arabisch بنّ bunn „Beere“. Die Früchte sind rote, kirschenähnliche Steinfrüchte (Kaffeekirschen) mit meist zwei Steinkernen. Diese Steinkerne sind die eigentlichen „Kaffeebohnen“. Sie liegen mit ihren abgeflachten Seiten zueinander und weisen in der Mitte dieser Fläche eine Längsfurche, die sogenannte Naht, auf.

Die Geschichte des Kaffeetrinkens beginnt ca. 900 n. Chr. im Südwesten Äthiopiens mit einem äthiopischen Ziegenhirten, der die Wirkung von Kaffeebohnen zum ersten Mal entdeckte, als er bemerkte, dass seine Ziegen von den Bohnen aßen und auf Schlaf verzichteten. Er teilte diese Beobachtung mit einem Mönch. Dieser kochte die Bohnen und gab eine Flüssigkeit ab, die es ihm ermöglichte, beim Abendgebet wach zu bleiben. Damals wurden die Blätter und getrockneten Kirschen, ähnlich wie Tee, in heißem Wasser aufgegossen und dann getrunken. Erst später, als Kaffee durch die arabische Welt ins Osmanische Reich und später nach Istanbul gelangte, entsprach die Zubereitung bereits stärker der heutigen Form. Die rohen, trockenen Samen (denn, streng genommen sind es keine Bohnen) wurden geröstet, fein gemahlen und in Wasser mehrfach aufgekocht.

Bewertung:

  • Guna: leicht, trocken
  • Rasa: bitter, süß
  • Virya: heiß
  • Vipaka: scharf
  • Doshas: erhöht Vata und Pitta, reduziert Kapha
  • Geistig: Rajas
  • Karma: stimulierend und letztlich abdämpfend für das gesamte System

Medizinische Eigenschaften

Der Ayurveda betrachtet Kaffee zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Situationen als Medizin für die einen und Gift für die anderen. Energetisch gesehen ist Kaffee von heißer, leichter und trockener Qualität, entsprechend den Elementen Luft und Feuer und hat eine anregende Wirkung auf den Magen (Agni). Wegen seiner Vata- und Pitta-verstärkenden Wirkung ist eine Tasse Kaffee hilfreich, um Kapha-Typen und Kapha-Zustände auszugleichen. Er fördert die Entleerung des Magens und stimuliert die Gallensekretion, senkt den Appetit und regt den Darm zur Bewegung an. All diese Wirkungen sind hilfreich für den trägen und verstopften Kapha-Körper. Jedoch bei einem Vata- oder Pitta-Typ, bei dem Hitze, Leichtigkeit und Trockenheit bereits vorhanden sind, können die Wirkungen des Kaffees zur Verstärkung der Doshas, Angstzuständen, Zuckungen, Reizbarkeit, Entzündungen und mit der Zeit auch zu Krankheiten führen. Chronische Probleme wie Müdigkeit der Nebennieren, hormonelles Ungleichgewicht und Schlaflosigkeit können sich entwickeln und, wenn sie unbehandelt bleiben, zu ernsteren Erkrankungen wie Arthritis und Verdauungsstörungen führen.

Der westliche Standpunkt

Zu den wohl wichtigsten Inhaltsstoffen des Kaffees zählen die Alkaloide. Unter Alkaloiden versteht man stickstoffhaltige Substanzen, darunter fällt auch das anregende Koffein. Etwa drei bis fünf Prozent des Rohkaffees nehmen Mineralstoffe ein, die zu etwa 90 Prozent in das Kaffeegetränk gelangen. Zu den Mineralstoffen gehören hauptsächlich Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor. Schwefel, Mangan sowie Eisen kommen ebenfalls in geringen Mengen vor. Auch sind Vitamine im Kaffee vorhanden. Zu den bekanntesten zählt die B-Vitamingruppe. Darunter fallen Vitamin B2 (Riboflavin), Niacin, Pantothensäure sowie das Vitamin B6 (Pyridoxin). Weiterhin zählen zu den relevanten Inhaltsstoffen des Kaffees die Aromastoffe. Es gibt über 800 Aromastoffe, diese entstehen aber erst während der Röstung durch eine Reaktion namens Maillard. Die Maillard-Reaktion (benannt nach dem frz. Naturwissenschaftler Louis Camille Maillard) ist eine nicht enzymatische Bräunungsreaktion und ist nicht zu verwechseln mit dem Karamellisieren. Beide Reaktionen können jedoch zusammen auftreten. Dementsprechend ist der Rohkaffee eher geruchslos.

Koffein wirkt bereits nach 30 Minuten und verteilt sich über das Blut im ganzen Körper. Die Wirkung des Koffeins hält etwa vier Stunden an: Hoch dosiertes Koffein lässt das Herz schneller schlagen und erhöht so den Puls. Bei Personen, die nur selten Koffein zu sich nehmen, steigt auch der Blutdruck.


Weizen: die ayurvedische Perspektive

Weizen: die ayurvedische Perspektive

Über Weizen

Weizen (Ssanskrit: Godhuma, Latein: Triticum aestivum) gehört zu den wichtigsten Kulturpflanzen unserer Zeit. Im Laufe der Jahre wurde er immer weiter gezüchtet und an die menschlichen Bedürfnisse angepasst. Aus den ursprünglichen Weizenarten Einkorn und Emmer ist eine leistungsstarke Pflanze geworden. Neben Mais und Reis zählt er heute weltweit zu den wichtigsten Nutzpflanzen für die menschliche Ernährung und wird auf allen Kontinenten der Welt angebaut. Weizen ist eine reine Kulturart, d.h. es gibt keine Wildart. Kreuzungen zwischen zwei verschiedenen Getreidegattungen wie z.B. zwischen Weizen und Gerste sind nicht bekannt.

Weizen ist nach Gerste die älteste kultivierte Getreideart und wird seit etwa 10.000 Jahren angebaut. Sein Ursprung liegt in Vorderasien. Hier entstanden die Vorgänger des Weizens wie Einkorn und Emmer. Aus einer Kreuzung von Emmer und Wildgrasarten wie dem Gänsefußgras ging die heutige Kulturform des Weizen hervor. Während der Römerzeit wurde Weizen zur Hauptgetreideart. Danach fiel der Anbau wieder hinter den der Gerste zurück, bis im 12. Jahrhundert das Weißbrot in Mode kam.

Bewertung:

  • Guna: schwer, ölig, nährend
  • Rasa: süß
  • Virya: kalt
  • Vipaka: süß
  • Doshas: reduziert Vata und Pitta, erhöht Kapha
  • Karma: aphrodisierend, kräftigend, belebend, stärkt Ashti Dhatu

Medizinische Eigenschaften

Nach Ayurveda wird Weizen (Korn) hauptsächlich als Nahrungspflanze angesehen, daher kommt seine medizinische Wirkung mehr durch regelmäßige Einnahme zur Geltung als durch kurzfristige Medikation. Gemahlener Weizen wird mit anderen aphrodisierenden Mitteln wie Milch und Kräutern wie Ashwagandha oder Kapikacchu zu einer Paste verarbeitet, die regelmäßig eingenommen wird. Bei Gicht (Vatarakta) wird eine Salbe aus Ghee, gemahlenem Weizen und Ziegenmilch zur externen Applikation angewendet. Weiterhin ist Weizen empfohlen bei Knochenbrüchen, was in dem Mineralgehalt des Vollkorns begründet ist. Für stillende Frauen werden Weizen, Gerste und Reis gemahlen und mit Kuhmilch zubereitet um Qualität und Quantität der Milch zu verbessern.

Der westliche Standpunkt

Weizen enthält reichlich Stärke (Kohlenhydrate), Eiweiß und Vitamin B1. Die Vollkornvariante ist des Weiteren sehr ballaststoffreich. Der Mehlkörper des Korns enthält die Stärke und das Klebereiweiß. Im Keimling sind Fette, fettlösliche Vitamine und das Eiweiß des Keimlings enthalten. In den Randschichten des Korns findet man Ballaststoffe, Mineralstoffe, Vitamine und Aleuron-Eiweiß. Vollkorn-Produkte sind wesentlich gehaltvoller, denn für das weiße Mehl werden sowohl der Keimling als auch die Randschicht entfernt. Will man nicht unbedingt Vollkornprodukte essen, kann man Mischprodukte aus Vollkorn- und Weißmehl wählen, um wenigstens einen geringen Teil der Nährstoffe zu erhalten. Produkte aus purem Weißmehl sind leider voller leerer Kohlenhydrate und nicht besonders förderlich für die Gesundheit. Zudem sättigen diese nicht.

Verträglichkeit

Kaum jemandem ist bekannt, dass man diesem Getreide Heilwirkungen zusprechen kann. Weizen ist im Vergleich zu anderen Getreidearten sehr mild, beruhigt und schont die Verdauungsorgane. Andererseits spricht man ihm aber auch hochriskantes Potential zu, gesundheitliche Probleme auszulösen. Heute weiß man, dass Urgetreide, wie beispielsweise Kamut oder Emmer, wesentlich verträglicher sind als der moderne Weizen. Sie wurden im Laufe von Jahrtausenden extrem hochgezüchtet und es entstehen immer neue Züchtungen, die genetisch nur noch wenig mit den Ur-Getreiden zu tun haben. Sein Chromosomensatz wurde inzwischen um ein Vielfaches vermehrt, was zwangsläufig mit entsprechend vielen Proteinen verbunden ist. Und genau auf diese reagieren viele Menschen mit Unverträglichkeiten, denn für das Immunsystem ist es eine Höchstleistung, mit immer neuen Proteinmodifikationen zurecht zu kommen. So kommt es häufig zu allergischen Reaktionen, Überempfindlichkeiten, Entzündungen und anderen Beschwerden. Der Keimling (Weizenkeim) weist einen hohen Gehalt an Fettsäuren, Vitamin E sowie Mineralien, und Proteinen (darunter die essentielle Aminosäure Lysin) auf. Er besitzt eine hohe biologische Wertigkeit und hämaglutinierende (antivirale) sowie entzündungshemmende Faktoren. Aufgrund dieser Betrachtung wird er oft als Superfood bezeichnet.


Kuhmilch: die ayurvedische Perspektive

Kuhmilch: die ayurvedische Perspektive

Über Kuhmilch

Milch gilt im Ayurveda als „die beste aller lebensspendenden Substanzen (Jivaniya)“. Sie ist die reine Essenz des Grases. In früheren Zeiten wurden Kühen bestimmte Kräuter gegeben, um spezielle Milchsorten zu erzeugen- zum Beispiel wurde eine reine weiße Kuh mit Amlaki gefüttert, einem Kraut für Langlebigkeit und Verjüngung. Das Trinken der Milch von einer solchen Kuh war Teil eines uralten Prozesses der Kajakalpa- oder Jugendwiederherstellung.

Kühe und ihre Milch nehmen in der vedischen Überlieferung einen besonderen Platz ein. Eine Hymne im Rig Veda (den ältesten Schriften der Menschheit), lobt die Tugend der Kühe. „Die Kühe sind gekommen und haben uns Glück gebracht. Mögen sie zufrieden in unseren Ställen bleiben.“ Und Dhanvantari, der Gott des Ayurveda, ist aus dem Aufwirbeln des Ozeans der Milch geboren.

Bewertung:

  • Guna: ölig, schwer, mild
  • Rasa: süß
  • Virya: kalt
  • Vipaka: süß
  • Doshas: beruhigt Vata und Pitta, bildet gesundes Kapha
  • Geistig: sattwisch
  • Karma: verjüngend, aufbauend, lebensverlängernd, aphrotisierend, kühlend, den Stuhl weichmachend, Kräfte wiederherstellend nach Anstrengung, geistige Kraft erhöhend
  • Dhatus: Rasa, Rakta, Mamsa, Asthi, Majja
  • Prabhava: angenehm für den Geist

Medizinische Eigenschaften

Nach Ayurveda nährt Kuhmilch auf eine eine spezielle und einzigartige Weise, die von keinem anderen Nahrungsmittel abgeleitet werden kann. Milch nährt, wenn sie richtig verdaut wird, alle Gewebe, fördert ausgeglichene Gefühle und hilft, alle Doshas auszugleichen. Sie ist eines der wichtigsten Lebensmittel zur Förderung von Ojas.

Die Milch der Kuh fördert ein langes Leben, verjüngt und ist gut für Menschen, die nach Verletzungen geschwächt sind. Sie erhöht die Intelligenz, Stärke und heilt Erschöpfung. Sie hilft bei schwergängiger Verdauung, Schwindel, Toxizität, Atemnot, Husten, starkem Durst und Hunger und lang anhaltendes Fieber. Milch hilft ebenfalls dabei, überschüssiges Pitta (Galle) auszuscheiden.

Kuhmilch wird in der ayurvedischen Medizin zur Heilung einer Vielzahl von Erkrankungen und Verletzungen eingesetzt, und es gibt zahlreiche Rezepte zum Würzen der Milch um spezielle Wirkungen zu erzielen.

Der westliche Standpunkt

Die unbehandelte Kuhmilch weist etwa vier Prozent Milchfett, drei Prozent Eiweiß und fünf Prozent Kohlenhydrate auf. Sie besteht zu 87 Prozent aus Wasser. Außerdem finden sich die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie die wasserlöslichen Vitamine C, B1, B2, B6 und B12 darin. An Mineralstoffen enthält sie Kalzium, Eisen, Natrium, Kalium und Magnesium.

Die moderne Medizin weiß, dass Kuhmilch einen Großteil der Aminosäure L-Tryptophan enthält, die der Körper nicht selbst produzieren kann und über die Nahrung aufnehmen muss. Andere Lebensmittel die diese essentielle Aminosäure enthalten, die angeblich die Stimmung anregt, sind z. B. Kakaopulver und Walnüsse. Damit jedoch das L-Tryptophan in Kuhmilch die Blut-Hirn-Schranke passieren kann, sollte die Milch nicht mit anderen Nahrungsmitteln gemischt werden, wie in Brei oder Milchshakes.

Milch-Unverträglichkeit

Ein großer Prozentsatz der Menschen auf der ganzen Welt konsumiert seit Tausenden Jahren Milchprodukte. Warum kommt es dann nach so vielen Jahren wohltuender Ernährung durch unseren vierbeinigen Freund die Kuh plötzlich zu einer Epidemie von Menschen, bei denen es schwierig ist, Milchprodukte zu tolerieren?

Ursprünglich war der Mensch nicht dazu gedacht, auf unbestimmte Zeit Milch zu trinken, sei es von einer Kuh, einer Ziege oder sogar von einem Menschen. Jede Milch enthält einen Zucker namens Laktose (ein Disaccharid aus Galaktose und Glukose), der schwer verdaulich ist. Er ist zu groß, um durch die Darmwand zu passen, daher muss er von dem Enzym Lactase, das von den Zellen im Dünndarm ausgeschieden wird, in seine Bestandteile zerlegt werden. Bei einem Mangel an Laktase gelangt die Laktose in den Dickdarm, wo sie stattdessen von gaserzeugenden Bakterien verdaut wird. Dies führt zu einer Vielzahl von unangenehmen Symptomen der Verdauungsstörung – Bauchkrämpfe, Blähungen und Durchfall.

Menschen werden mit einem genetischen Schalter für die Produktion von Laktase geboren – er wird eingeschaltet, wenn wir Babys sind, und im Alter von etwa 3 bis 5 Jahren ausgeschaltet. Dies änderte sich jedoch vor etwa 7.500 Jahren in Europa durch eine praktische Mutation bei einer Population von Viehhirten. Der Schalter wurde betätigt und blieb an. Diese Mutation war so vorteilhaft, dass sie sich schnell ausbreitete. Und es war kein Einzelfall. Ähnliche Mutationen traten etwa zur gleichen Zeit auch an drei verschiedenen Orten in Afrika auf.

In Europa sind 88% der Menschen in der Lage, Laktose zu verdauen. Viele Menschen glauben Milch nicht verdauen zu können, dies ist jedoch möglicherweise auf ein geschwächtes Agni und eine fehlerhafte Zubereitung der Milch zurückzuführen.

Empfohlene Einnahme

Um Milch richtig zu verdauen, sollte man vermeiden kalte Milch direkt aus dem Kühlschrank zu trinken. Milch sollte zum Kochen gebracht werden. Lass die Milch aufschäumen und senke dann die Temperatur, damit die Milch etwa 5 bis 10 Minuten lang langsam kocht. Das Erhitzen der Milch verändert ihre Molekularstruktur, so dass sie für den menschlichen Verzehr viel einfacher ist, und reduziert Kapha, wodurch sie leichter verdaulich wird. Während des Kochens kannst Du eine Prise gemahlenen Kurkuma, gemahlenen schwarzen Pfeffer, Zimt oder ein paar Prisen Ingwer hinzufügen, um die Schwere der Milch zu verringern und alle schleimverursachenden Nebenwirkungen zu verringern.

Eine Variante der Zubereitung habe ich Dir hier augeschrieben: die goldene Milch

Ayurveda nennt Milch ein Rasayana (Verjüngungsmittel), ein Mittel, das nur mit Nüssen oder getrockneten Früchten sowie mit Gewürzen wie Kurkuma, Kardamom, Zimt und Ingwer kombiniert werden sollte.


Guduchi: ayurvedische Heilpflanze

Guduchi: ayurvedische Heilpflanze

Über Guduchi

Guduchi (Tinospora cordifolia), „die den Körper schützt“, auch bekannt als Amrita, ist eines der am meisten geschätzten Kräuter in der ayurvedischen Arzneimittelkunde. Nach dem Mythos wurde, als die alten Götter den Urozean aufwühlten, ein ambrosialer Nektar geschaffen, der jedem, der ihn trank, Unsterblichkeit gewährte. Der Nektar wurde Amrita genannt, ein Sanskrit-Wort, das „unvergänglich“ bedeutet.

Guduchi ist eine Kletterpflanze und zeichnet sich durch eine besondere Eigenschaft aus: sie wirft manchmal alle Blätter ab. Nach einigen Wochen spitzen wieder kleine Triebe hervor. Dann kommen an verschiedenen Stellen zarte lanzettenartigen Blättchen durch, die sich später zu großen Herzen entfalten.

Bewertung:

  • Guna: leicht, ölig
  • Rasa: bitter, adstringierend
  • Virya: heiß
  • Vipaka: süß
  • Dosierung: 1 bis 5 Gramm / Tag
  • Karma: Lebensverlängernd, stärkt Agni, stärkend, „herrscht“ über alle Doshas, beseitigt Durst

Die medizinischen Eigenschaften

Amrita ist in der ayurvedischen Medizin als die „Königin der Rasayanas“ bekannt. Ein Rasayana ist ein Tonikum für Gesundheit und Langlebigkeit. Amrita wird angewendet, um Entzündungen wie rheumatische Erkrankungen, Arthritis, Gicht und Hautkrankheiten wie Ekzeme zu reduzieren, die Immunfunktion zu verbessern und Erkältungen und Grippe abzuwehren. Es wurde auch festgestellt, dass Amrita Verdauungsbeschwerden wie Magengeschwüre behandelt, die Libido verbessert und als allgemeines Tonikum die Ausdauer und Vitalität verbessert.

In Bezug auf die psychische Gesundheit ist Guduchi ein Kraut für diejenigen, die heiß und entzündet sind, sich schwer und lethargisch, schwach und gestresst fühlen. Depressionen können mit Frustration, Wut und einem Gefühl der Toxizität einhergehen.

Indikation:

  • Diabetes
  • Anämie
  • Fieber
  • Allergien und Symptome von Heuschnupfen
  • Arthritis und Entzündungen
  • Chronische Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Ekzeme
  • Gicht und rheumatische Erkrankungen
  • Hepatitis und Gelbsucht (schützt die Leber vor Giftstoffen)
  • Verbesserung des Immunsystems
  • Erkältungen und Grippe vorbeugen
  • Verringerung der Nebenwirkungen von Chemotherapeutika

Empfohlene Einnahme

Guduchi ist normalerweise in Pulverform erhältlich, und die Standarddosis für die Immunverstärkung beträgt zweimal täglich 1 Teelöffel. Es kann kontinuierlich eingenommen werden, wenn Du vor einer anhaltenden gesundheitlichen Herausforderung  stehst. Zu Beginn einer Erkältung oder Grippe kann eine einwöchige Einnahme von Guduchi helfen, die Infektion abzuwehren.


Kakao: die ayurvedische Perspektive

Kakao: die ayurvedische Perspektive

Über Kakao:

Kakaobäume wurden bereits vor über 5000 Jahren im heutigen Ecuador gepflanzt. Aber vor allem in Mittelamerika erlangte Kakao vor 2500 Jahren sagenhafte Bedeutung in Religion, Kunst, Wirtschaft und Politik. Quetzalcoatl, der toltekische Schöpfergott, soll ihn für die Menschen entdeckt haben. Und im Popol Vuh, dem heiligen Buch der Maya in Guatemala, ist der Kakaobaum ein Geschenk der Götter.

Schon das Wort Schokolade ist uralt: Xocolatl, in der Aztekensprache, bedeutet so viel wie Bitterwasser, in Mayasprachen bedeutet chocol “heiß”. Aus dem heißen Bittergetränk ist über die Jahrhunderte ein handfester Genuss geworden und allein das Wort Schokolade lässt Milliarden Menschen auf der Welt das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Bewertung:

  • Guna: leicht, entfettend
  • Rasa: bitter, adstringierend
  • Virya: erhitzend
  • Vipaka: scharf
  • Doshas: erhöht Vata und Pitta, beruhigt Kapha
  • Dhatus: abbauend
  • Geistig: rajas

Die medizinischen Eigenschaften

Im Gleichgewicht kann Kapha am meisten von Kakao profitieren. Die bitteren und erhitzenden Qualitäten sind das Gegenteil der schweren und kühlen Qualitäten von Kapha. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kapha-Typen große Mengen Schokolade essen sollten. Jemand, der ausgeglichen ist, kann ein- oder zweimal pro Woche kleine Mengen dunkler Schokolade nehmen.

Bei Pitta-Typen können die heizenden und anregenden Eigenschaften von Kakao die Hitze von Agni verstärken und das enthaltene Koffein kann zu Pitta-Ungleichgewichten wie Sodbrennen, Akne und Reizbarkeit führen.

Körperlich ist Kakao für Vata-Typen am wenigsten vorteilhaft, da die Leichtigkeit und Trockenheit von Kakao der Leichtigkeit und der Trockenheit von Vata entsprechen. Das Koffein in Kakao wird zu Nervosität und Angstzuständen beitragen. Vata-Typen sollten darauf achten, Kakao wie bei Schokolade mit natürlichen Süßungsmitteln zu essen. Die Schwere der Süße wird dazu beitragen, die Leichtigkeit des Kakaos auszugleichen.

Es sei jedoch gesagt dass die Vata erhöhende Wirkung von Kakao den Zugang zum geistigen erleichtert, was in Zeremonien bereits seit Jahrhunderten genutzt wird.

Der westliche Standpunkt

In seiner reinen Form ist roher Kakao eine erstaunliche Quelle von Antioxidantien, die uns vor freien Radikalen schützt und dazu beiträgt, dass wir lebendig und gesund bleiben. Antioxidantien wirken den Auswirkungen von Stress, Umweltverschmutzung, Chemikalien und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen entgegen. Kakao ist eine wunderbare Magnesiumquelle und eine der höchsten pflanzlichen Nahrungsquellen für Eisen. Er enthält chemische Verbindungen die unsere Konzentrationsfähigkeit steigern und unser Gedächtnis verbessern, und Anandamid, das „Glücksmolekül“, das uns hilft, uns länger gut zu fühlen. Es enthält auch Phenylethylamin, das „Liebesmolekül“, das den Spiegel der Endorphine in unserem Gehirn anhebt. Es ist den chemischen Veränderungen sehr ähnlich, die uns das Gefühl geben, über der Welt zu stehen, wenn wir uns verlieben.

Empfohlene Einnahme

Wir essen Kakao meist als Schokolade, verwenden aber auch entöltes Pulver in Backwaren oder Müslis / Porridges oder heißer Schokolade und vielen weiteren Kreationen – die Möglichkeiten sind schier endlos.

Die medizinisch beste Form von Kakao sind organische, rohe, unverarbeitete Kakaonibs. Diese sind sehr mächtig und sehr bitter. Dies ist jedoch nicht immer für jeden vorzuziehen. Wenn Du die Idee, ein wenig rohen Kakao zu kauen nicht magst, suche nach Schokolade mit einer Konzentration von mehr als 70 Prozent Kakaoanteil. Je höher die Konzentration, desto stärker die Wirkung. Aber wegen der Bitterkeit von rohem Kakao oder intensiver dunkler Schokolade ist es ausgleichender, ihn mit einer Mahlzeit und all seinen Geschmäcken zu verzehren. Denke daran, dass Schokolade ein Stimulans ist und am besten in Maßen gegessen wird. Achte darauf wie Du dich dabei fühlst, das hilft bei der Entscheidung, wann und ob Du Kakao essen solltest.


Fenchelsamen: die ayurvedische Perspektive

Fenchelsamen: die ayurvedische Perspektive

Über Fenchelsamen

Fenchelsamen stammen von der Fenchelpflanze - einem robusten, mehrjährigen Kraut mit gelben Blüten und gefiederten Blättern. Fenchel ist an den Ufern des Mittelmeers beheimatet, wächst jedoch weltweit auf trockenen Böden in der Nähe des Meeres und an Flussufern. Fenchel wird häufig wegen seiner Samen, Blätter und Knollen angebaut. Der Anisgeschmack in Fenchelsamen kommt von Anethol, einer aromatischen Verbindung, die auch in Anis und Sternanis vorkommt.

Bewertung:

  • Guna: zart, leicht
  • Rasa: süß, scharf, bitter
  • Virya: leicht erhitzend
  • Vipaka: süß
  • Doshas: Tridosha: beruhigt Vata, Pitta und Kapha
  • Geistig: angeblich das sattwischste Gewürz
  • Karma: unterstützt Verdauung

Medizinische Eigenschaften

Aus ayurvedischer Sicht gelten Fenchelsamen als eines der besten Mittel gegen Verdauungsstörungen. Sie können zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Krämpfen, Übelkeit und schwacher Verdauung / schwachem Stoffwechsel angewendet werden. Fenchel lindert auch nervöse Verspannungen in den Muskeln und stärkt das Gehirn und das Nervensystem. Er kann auch bei Harnproblemen, Lungenstauung, Menstruationsbeschwerden und der Produktion und dem Fluss von Muttermilch helfen.

Der westliche Standpunkt

Fenchelsamen haben eine Vielzahl von biomedizinischen Wirkungen. Sie wirken karminativ (lindern Blähungen), harntreibend, krampflösend, galaktagogen (induzieren Milchsekrete), schleimlösend und gegen Husten (lindern Husten). Obwohl in Bezug auf Fenchel nicht viel formale Forschung betrieben wurde, wurde es in wissenschaftlichen Studien als wirksame Behandlung für Koliken bei gestillten Säuglingen anerkannt.

Empfohlene Einnahme

Von süßem Brei (z. B. Poha Porridge) bis hin zu herzhaften Currys wird empfohlen Fenchel als ganzen Samen, aber auch als fein gemahlenes Pulver (je nach Rezeptur) zu verwenden. Bei Verdauungsstörungen können wir einen Teelöffel gerösteten Fenchel kauen oder Fenchel-Tee trinken.

Wer muss aufpassen?

Fenchelsamen sind sehr sicher und für alle Konstitutionen geeignet. Aus ayurvedischer Sicht sollte niemand darauf verzichten, sie zu essen. Laut www.webmd.com kann Fenchel jedoch eine mäßige Wechselwirkung mit Antibabypillen, Ciprofloxacin, Östrogenpillen und Tamoxifen haben, was möglicherweise die Wirksamkeit beeinträchtigt. Wer eines dieser Medikamente einnimmt, möchte möglicherweise ärztlichen Rat einholen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]