Trauben und Rosinen: die ayurvedische Perspektive

Über Trauben:

Trauben gelten im Ayurveda als überlegene Frucht gegenüber allen anderen. Sie sind ein wichtiges Verjüngungsmittel (Rasayana) für den Spätsommer. Trauben sind seit der griechischen Zeit ein Zeichen des Überflusses. Der griechische Gott  Dionysos wird oft mit einer Krone aus Weinblättern und Wein, „der Frucht der Rebe“, dargestellt. Trauben spielen auch in vielen Religionen eine wichtige Rolle, insbesondere im Christentum, wo Wein im Letzten Abendmahl verwendet wird und auch das Blut Christi symbolisiert. Der Anbau der Trauben begann im Nahen Osten um 6-8.000 v. Chr.

Bewertung:

  • Guna: ölig, schwer
  • Rasa: süß, leicht sauer
  • Virya: kühlend
  • Vipaka: süß
  • Doshas: Tridosha: beruhigt Vata, Pitta und Kapha
  • Dhatus: aufbauend für Rasa, auch Ojas
  • Geistig: Sattwisch
  • Karma: unterstützt Verdauung, verjüngend, wundheilend, befeuchtend, energetisierend, Entzündungen senkend

Anmerkung zur Reife der Trauben:

Je nach Reifegrad haben Trauben einen süßen bis süßsauren Geschmack. Die Süße balanciert Vata und Pitta, saure Trauben balancieren Pitta und Kapha. Unreife Trauben haben nahezu gleiche Eigenschaften wie reife. Rosinen behalten die Eigenschaften der Trauben, verlieren Flüssigkeit aber nicht Öligkeit.

Medizinische Eigenschaften

Trauben stillen den Durst, befeuchten das Gewebe und steigern den Stoffwechsel. Sie sind einzigartig, weil die meisten Lebensmittel, die den Stoffwechsel anregen, zu Trockenheit führen und die meisten Lebensmittel die das Gewebe anfeuchten, den Stoffwechsel bremsen. Trauben sind leicht verdaulich und liefern sofort Energie. Sie sind hilfreich für Menschen, die sich von einer Krankheit oder Operation erholen, und für alle, die geistig oder körperlich geschwächt sind.

Die Trauben sind meist süß und leicht sauer, was sie als Leberstärkungsmittel nützlich macht. Sie sind ein Stärkungsmittel für viele heiße Pitta- und trockene Vata-Zustände. Sie nähren das Blut und lindern Entzündungen. Als Blutstärkungsmittel eignen sie sich für Frauen während der Menstruation, Schwangerschaft, nach der Geburt oder Stillzeit. Trauben wurden als Heilmittel gegen eine niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen vorgeschlagen. Sie sind ein Muskelstärkungsmittel, ein Knochenstärkungsmittel und erhöhen die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen.

Ihr saurer Geschmack und ihre milde Nervenqualität beruhigen einen überarbeiteten, gereizten, ausgebrannten oder verwirrten Geist. Ihre Fähigkeit, den Geist zu beruhigen und die Leber zu kühlen, macht Trauben besonders nützlich für Hitze in den Augen, Augenbelastung oder Anspannung und Schlaflosigkeit.

Der westliche Standpunkt

Lila oder rote Trauben enthalten mehr Beta-Carotin und sind besonders nützlich für die Augen. Trauben lindern die Auswirkungen von Alkohol. Ihre Befeuchtungsqualität reduziert trockene Hautausschläge und beugt Leberflecken vor.

Trauben enthalten Resveratrol, eine Chemikalie, die nachweislich die Lebensdauer von Mäusen verlängert und das Risiko von Herzerkrankungen verringert. Medizinische Untersuchungen an Concord-Trauben zeigen potenzielle Vorteile bei der Krebsprävention, Thrombozytenaggregation, Atherosklerose und Hypertonie. Sie tragen dazu bei, einen Verlust der körperlichen Leistungsfähigkeit oder der geistigen Leistungsfähigkeit aufgrund des Alterns zu verhindern.

Ihr hoher Fasergehalt ist nützlich für Verstopfung. Trauben sind reich an Zucker, Eisen, Pektinen, Bioflavanoiden und Phenolen. Der hohe Zuckergehalt der Trauben macht sie für Diabetiker ungeeignet. Obwohl die Trauben den Durst stillen, wirken sie auch harntreibend.

Empfohlene Einnahme

Trauben werden reif und frisch gegessen. Als Rosinen im Getrockneten Zustand werden sie in Müsli, Porridge, als Snack oder in Backwaren verwendet.

Trauben werden natürlich auch seit Jahrhunderten zur Herstellung von Wein verwendet.

Trauben sollten nicht mit Milch kombiniert werden. Lies dazu auch meinen Artikel zur Kombination von Nahrungsmitteln.

Indikation

Erhöhtes Pitta im Blut, Verletzungen, Reduzierte Gewebe und Unterernährung, Fieber, Husten, Bronchialbeschwerden, Asthma, Gastritis, Lebererkrankungen, Schwindel.