Zimt: die ayurvedische Perspektive

Über Zimt

Zimt ist ein aromatisches Gewürz, das aus der inneren Rinde des Zimtbaumes gewonnen wird. Dabei handelt es sich um eine in Südostasien beheimatete Baumart der Gattung Cinnamomum, bei dem es sich um kleine immergrüne Bäume handelt, die aromatische Rinde und Blätter enthalten.  Diese Bäume können bis zu 20 Meter hoch werden, obwohl die meisten regelmäßig beschnitten und als Strauchgruppen gehalten werden, um den Anbau der Zimtrinde zu erleichtern. Der Zimtbaum produziert gelblich-grüne Blüten und eine kleine Beerenfrucht.

Zimt gilt als eines der ersten gehandelten Gewürze der Antike. Es gibt viele biblische Hinweise auf dieses Gewürz Dort wird das hebräische Wort Kannamon in Psalmen, Sprichwörtern, Hesekiel und Offenbarungen oft ausdrücklich erwähnt. Zimt galt in dieser Zeit als so wertvoll, dass er Gold und Elfenbein gleichwertig war. Es wurde als geeignetes Geschenk für Monarchen und für Götter angesehen. Die alten Ägypter verwendeten Zimt als Teil ihrer Einbalsamierungsrituale. Ärzte aus dem Mittelalter verwendeten Zimt zur Behandlung von Erkältungs- und Halskrankheiten wie Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen. Indonesische Flöße transportierten Zimt auf einer „Zimtroute“ nach Ostafrika, wo lokale Händler ihn dann nach Norden zum römischen Markt brachten.

Bewertung:

  • Guna: leicht, trocken, spitz
  • Rasa: scharf, bitter, süß
  • Virya: erhitzend
  • Vipaka: scharf
  • Doshas: beruhigt Vata und Kapha, erhöht Pitta leicht
  • Geistig: Sattva
  • Karma: appetitanregend, magentonisierend, verdauungsfördernd, entzündungssenkend, unterstützt Ojas

Medizinische Eigenschaften

Nach Ayurveda wird Zimt verwendet um Agni anzuregen, die Verdauung auszugleichen und Magenbeschwerden zu beruhigen. In Kombination mit anderen wärmenden Kräutern und Gewürzen wie Ingwer. schwarzem Pfeffer, Kardamom und Fenchel kann er in einen Kräutertee eingekocht werden, um die mit Erkältungen verbundenen Beschwerden zu lindern. Sein Öl wird verwendet, um Kopfschmerzen zu lindern und die Gelenke gesund zu erhalten.

Es ist nützlich bei der Verdauung von Nahrung, Linderung von Blähungen, Bauchschmerzen und zur Verbesserung der Leberfunktion. Hilfreich bei Durchfall, Hämorrhoiden und Reizdarmsyndrom. Er ist ebenfalls bei Fieber aufgrund von Darmproblemen hilfreich.

Der westliche Standpunkt

Die westliche Betrachtung von Zimt stimmt weitgehend mit der ayurvedischen Betrachtung überein: er fördert den Appetit und regt die Darmtätigkeit an. Als Gewürz kann er daher Speisen bekömmlicher machen und Verdauungsproblemen wie Blähungen und Völlegefühl vorbeugen. So wird Zimt traditionell vor allem bei Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen und Durchfall eingesetzt. Aber auch bei Entzündungen, Rheuma und Kreuzschmerzen, Erkältungskrankheiten, Heiserkeit und Schmerzen findet Zimt Anwendung. Bestimmte Inhaltsstoffe aus Zimt beeinflussen vermutlich den Blutzuckerspiegel.

Empfohlene Einnahme

Zimt wird in zahlreichen süßen und herzhaften Speisen zum aromatischen verfeinern eingesetzt, aber auch in Likör und Magenbitter, Zahnpasta, Kaugummi, Kosmetika und Parfüms beigemischt. Doch auch in Tee oder Eis sowie beim Kochen erfreut sich Zimt zunehmender Beliebtheit.

Empfohlene Zimtmischungen für die Dosha-Typen:

  • Vata-Mischung: Zimt, Kardamom und Ingwer.
  • Pitta-Mischung: Zimt, Kardamom und Fenchel.
  • Kapha-Mischung: Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken und schwarzer Pfeffer.
  • Tridoshische Mischung: Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken und Fenchel.

Das bemerkenswerte Gewürz wird sowohl von den alten chinesischen als auch von den alten indischen Heilern als eines der vielseitigsten Gewürze verwendet, um bei einer großen Auswahl an Beschwerden zu helfen. Zimt steht weiterhin an vorderster Front, wenn es darum geht, den Menschen zu helfen, sich besser zu fühlen und ein längeres und ergiebigeres Leben zu führen.